Erste Supermärkte nehmen keine Lieferung mehr vom Oldenburger Rinderschlachthof an

 

Die heimlich gedrehten mutmaßlichen Tierschutzverstöße in einem Rinderschlachthof in Oldenburg haben wirtschaftliche Konsequenzen für den Betrieb.

Eine Sprecherin der Bünting-Gruppe, zu der unter anderem die Supermarktketten Combi und Famila gehören, teilte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" mit, man sei über die Vorgänge in dem Schlachthof entsetzt gewesen und halte diese für völlig inakzeptabel. "Aus diesem Grund haben wir bis zur vollständigen Klärung und Sicherstellung der tierschutzrechtlichen Vorgaben die Zusammenarbeit mit dem Schlachthofbetrieb in Oldenburg mit sofortiger Wirkung eingestellt." Weitere Konsequenz seien weiterführend Kontrollmaßnahmen entlang der Fleisch-Lieferkette.

Am Dienstag hatte der Verein "Tierschutzbüro" heimlich gedrehte Aufnahmen aus dem Betrieb veröffentlicht. Das Videomaterial zeigte zahlreiche Tierquälereien an Rindern. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat Ermittlungen aufgenommen und der Skandal zieht weitere Kreise.

 

Veterinär fordert moderne Technik beim Schlachten

 

Das Personal müsse besser ausgebildet werden und intensiver kontrolliert werden, meint der Professor und Veterinärs Jörg Hartung. Nur so könne man den Tierschutz in Schlachthöfen verbessern. „Wir haben die Tierschutz-Schlachtverordnung, in der alles steht, was befolgt werden muss. Man muss sie nur umsetzen“, sagte er der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“

Die Stadt Oldenburg konnte auf Presse-Anfrage zunächst nicht mitteilen, wie viele Tierschutzverstöße die Veterinärbehörde der Stadt in den vergangenen Jahren in dem Betrieb festgestellt hat. Eine entsprechende Auswertung dauere an.

 

Unangekündigte Kontrollen in Schlachthöfen würden helfen

 

Kontrolleure, die unabhängig sind, wären dem Veterinär zufolge wichtig. „Sie müssen ja nicht jeden Tag kommen, aber die Schlachthöfe dürfen nicht wissen, wann sie kommen.“ Moderne Technik sei beim Schlachten ebenfalls hilfreich.
Die Gesellschaft sollte sich aus Sicht des Veterinärs bewusster sein, dass Fleisch Tierleben kostet. Der Fleischverbrauch sei zu hoch.

 

Quelle:  dpa, rtlnord

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